Der Röstigraben existiert auch bei der Partnersuche: Westschweizer sind weltoffener als Deutschschweizer

 

Berlin, 02.08.2011 – Über 700 Jahre nach dem Rütlischwur gelten die Schweizer in Europa immer noch als konservativ. Die Partnervermittlung eDarling.ch stellt in einer Studie fest, dass Schweizer auch bei der Partnersuche Wert auf die Herkunft des zukünftigen Partners legen. Vor allem Deutschschweizer Singles ist es besonders wichtig, dass der zukünftige Partner europäischstämmig ist.

 

Der Schweizer Nationalfeiertag jährt sich diesen August zum 720. Mal. Das ganze Land feiert diesen Tag als Grossereignis, doch kann der moderne Schweizer sich überhaupt mit dem Grundgedanken von 1291 identifizieren? Mit dem Rütlischwur wollten die drei Urkantone die gefürchteten Habsburger fernhalten und sich nur nach ihren eigenen Werten ausrichten. Sind die Eidgenossen im 21. Jahrhundert anderen Ländern und Kulturen gegenüber immer noch verschlossen eingestellt?
In einer Stichprobe mit über 5.000 Usern untersuchte eDarling die Offenheit der Singles gegenüber anderen Ethnien bei der Partnersuche und verglich die Resultate sowohl innerhalb der Schweiz als auch mit denjenigen der Nachbarländer.

 

So stellt eDarling fest, dass die Schweizer anderen Ethnien weniger offen gegenüber stehen als die Bewohner des grossen Kantons im Norden. Während 58% der Schweizer Frauen und 41% der Schweizer Männer explizit nach einem Partner europäischer Herkunft suchen, tun dies in Deutschland nur 39% der Frauen und 31% der Männer. Dieses Ergebnis zeigt die Schweiz nach wie vor rückständiger als die europäischen Nachbarn.
Ist die urschweizerische Verschlossenheit stets in unseren Köpfen verhaftet?

 

Westlich des Röstigrabens zeigt sich ein anderes Bild

In der Romandie sollte der Partner bei 48% der Frauen europäischer Ethnie sein, bei den Männern  sind es lediglich 32%. Die frankophone Schweiz zeigt sich auch in dieser Hinsicht weltoffener und spiegelt die liberalere Einstellung ihrer Sprachgenossen aus Frankreich wider. Wieder einmal lässt sich erkennen, dass der Röstigraben nicht nur eine Sprachbarriere ist oder bei politischen Abstimmungen hervortritt. Selbst bei Herzensangelegenheiten offenbaren sich zwei unterschiedliche Einstellungen.

 

 

 

 

Zusätzliche Daten

Wenn die Singles nach Alter getrennt betrachtet werden, fällt auf, dass grosse Unterschiede zwi-schen den unter 30-Jährigen und den über 50-Jährigen bestehen. Zwar sind auch die jüngeren Schweizer Generationen immer noch etwas konservativer eingestellt als die französischen und deutschen Nachbarn. Insgesamt sind die unter 30-jährigen Singles der drei Länder aber toleranter und offener eingestellt als noch eine Generation zuvor.
 

Wenn die Stichprobe der Schweizer Nutzer nach Geschlechtern aufgeteilt wird, ist eine Abweichung zwischen Männer und Frauen erkennbar. Die Tendenz zeigt klar, dass vor allem die über 50-jährigen Schweizerinnen grossen Wert auf die europäische Herkunft eines Partners legen. Gleichzeitig bedeutet dies eine höhere Intoleranz, da anders stämmige Singles von vornherein ausgeschlossen werden. Die Differenz zwischen den Geschlechtern ist vor allem bei der älteren Generation sehr markant. Bei den unter 30-jährigen Singles unterscheiden sich Männer und Frauen weniger stark voneinander. Beide Geschlechter dieser Altersgruppe sind anderen Ethnien gegenüber offener eingestellt.
 

Zusätzlich wurde analysiert, wie offen die Schweizer hinsichtlich der Entfernung des potentiellen Partners sind. Fast die Hälfte der untersuchten Singles bleibt gerne in der Nähe des eigenen Wohnorts und möchte einen Partner innerhalb von 50km finden. Vor allem Grossstädter wollen ungern den Radius ihrer Metropole verlassen. Weniger restriktiv suchen dagegen die Wallisser. Nur für 23% sollte der oder die Liebste im Umkreis von 50km zu Hause sein. 36% der Walliser Singles geben sogar an, die Distanz sei ihnen egal.