Von eDarling Redaktion
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Weltnichtrauchertag – Wie wirkt sich das Rauchen auf die Beziehung aus?

Wie Rauchen eine Partnerschaft beeinflussen kann!
Am 31. Mai heißt es: Weg mit den Aschenbechern! Um die Raucher weltweit zu einer 24-stündigen Tabak-Abstinenz zu ermutigen, rief die Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahre 1987 den internationalen Weltnichtrauchertag ins Leben. An diesem Tag machen diverse Organisationen auf die gesundheitlichen Schäden, die das Rauchen mit sich bringt, aufmerksam. Nun ist natürlich bekannt, dass Rauchen schlecht für die Gesundheit ist – doch wie wirkt sich das Ziehen am Glimmstängel auf Beziehungen aus? eDarling nahm sich dieser Frage an und interviewte Psychologin Dr. Wiebke Neberich zu dem Thema.

Studien zeigen: Dem Partner ist die Gesundheit des Anderen wichtig

Die British Heart Foundation befragte in einer Studie 1426 Personen, die mit einem Raucher in einer Beziehung leben, ob sie sich Gedanken über die Gesundheit ihres Partners machen. Laut der Studie sorgen sich viele der Befragten sehr um das Wohlergehen ihres oder ihrer Liebsten. Die Personen aus verschiedensten Altersgruppen machen sich beispielsweise Gedanken um die Spätfolgen, die das Rauchen verursachen kann oder haben Angst davor, ihren Partner früh zu verlieren.

79% der Befragten gaben weiterhin an, dass sie es gut fänden, wenn ihr Partner das Rauchen entweder reduzieren oder ganz aufgeben würde. Mehr als die Hälfte von ihnen sind außerdem der Meinung, der beste Weg, dies dem Partner mitzuteilen, sei eine ehrliche und direkte Ansage.1

eDarling-Psychologin Wiebke Neberich betont, dass sich Ehrlichkeit bei solch sensiblen Themen bewährt: „Wir sind bereit dazu, fast alles für unseren Partner zu tun. Wenn wir also offen und ehrlich sind und dem Anderen auf verständnisvolle Art und Weise beibringen können, warum es uns so wichtig ist, dass er mit dem Rauchen aufhören soll, dann kann es ihn sehr motivieren. Dennoch sollten wir im Hinterkopf behalten, dass Rauchen eine Sucht ist und dass es für viele Leute wirklich unglaublich schwierig ist, damit aufzuhören."

 

Wie beeinflusst das Rauchen die Partnerschaft?

Viele Raucher sind sich der unbeabsichtigten Auswirkungen, die das Rauchen auf eine Beziehung haben kann, gar nicht bewusst. Doch der nichtrauchende Partner hat durchaus manchmal das Gefühl, das etwas zwischen ihnen steht. Aber was genau sind diese Faktoren, die für Spannungen sorgen?

Für viele Nichtraucher ist die mangelnde Hygiene ihres rauchenden Partners ein großer Störfaktor. Nicht selten hören Raucher von ihrem Partner Beschwerden, wie: „Wenn ich dich küsse, schmeckt es, als ob ich einen Aschenbecher küsse“. Auch der Geruch, der sich in Wohnung oder Kleidung absetzt, stellt ein Problem dar. All diese Aspekte können zu einer Distanz innerhalb der Beziehung führen – oftmals mit dem Resultat, dass ein Partner keine Lust mehr auf intime Momente mit dem anderen hat.

 

Reicht die Liebe zum Partner, um mit dem Rauchen aufzuhören?

Reicht allein die Liebe zum Partner aus, um sich das Rauchen abzugewöhnen? Oder kann ein professioneller Rauchentzug helfen? Neberich erklärt: „Das Rauchen aufzugeben ist sehr schwierig, da die Raucher zunächst einmal einfach nikotinabhängig sind. Natürlich sind die Rauchgewohnheiten von Person zu Person unterschiedlich; dennoch werden die Meisten bestätigen können, dass Rauchen – neben der chemischen Abhängigkeit – auch schlicht und ergreifend eine Sache der Gewohnheit ist und eine soziale Funktion hat.

Viele Raucher denken, dass die sozialen Faktoren eine genauso große Rolle spielen, wie die chemische Abhängigkeit – deswegen sind sie oftmals nicht nur physisch, sondern auch mental abhängig. Jemand, der sich das Rauchen wirklich abgewöhnen möchte, muss also davon überzeugt sein, beide Süchte und Barrieren wirklich überwinden zu wollen. Was also dabei wirklich auf die Probe gestellt wird, ist der Wille des Rauchers, und nicht die Liebe zum Partner.“

 

Wie können Sie Ihren Partner unterstützen?

Für Nichtraucher ist es sehr schwer, nachzuvollziehen, was genau einem Raucher am Rauchen so gefällt und warum ein Leben ohne Zigarette für ihn so schwierig ist. „Raucher haben oft zweideutige Gefühle zum Rauchen. Auf der einen Seite wissen sie, dass ein hohes Risiko besteht, zum Beispiel an Lungenkrebs zu erkranken und früher zu sterben. Auf der anderen Seite erinnern sie sich an all die guten Momente, die sie während des Rauchens hatten – den Glimmstängel wegzuwerfen, fühlt sich dann letztendlich so an, als ob sie sich von einem guten Freund trennen würden“, so Neberich.

Wenn Sie Ihren Partner dabei helfen wollen, sich das Rauchen abzugewöhnen, müssen Sie dazu in der Lage sein, mit all den verschiedenen Emotionen während dieses Prozesses umgehen zu können. Dr. Neberich erklärt, wie dies funktionieren kann: „Sie müssen bedenken, dass das Rauchen eine individuelle Entscheidung ist, die jeder für sich selbst trifft. Der Raucher muss motiviert und überzeugt davon sein, sich selbst zu sagen: „Ich will aufhören.“ Nichtsdestotrotz ist es auch wichtig für den Partner, dass er sich umsorgt und unterstützt fühlt: Sie sollten an seiner Seite sein, um ihm dabei zu helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und ihm deutlich machen, dass Sie auch in den schwierigen Situationen für ihn da sind. Ermutigen Sie ihn immer wieder und loben Sie ihn für das, was er bereits geschafft hat.“

 

Dr. Wiebke Neberich nennt drei Punkte, die Ihnen und Ihrem Partner dabei helfen können, das Rauchen aufzugeben:
 

  1. Planen und Vorausschauen: Sprechen Sie über Vor- und Nachteile des Rauchens. Identifizieren Sie Schwierigkeiten, die auftreten können. Worauf sollten Sie sich einstellen?
  2. Schwierige Situationen identifizieren und bewältigen: Finden Sie Alternativen zum Rauchen und schmieden Sie Pläne, wie sie der Verlockung widerstehen können. Leute, die rauchen, halten etwas in der Hand – es ist also clever, etwas zu finden, was die Zigarette ersetzt, wenn Sie zum Beispiel auf den Bus warten oder gemütlich auf dem Sofa sitzen.
  3. Einen realistischen Zeitpunkt finden: Falls beispielsweise eine große Geburtstagsparty oder ein wichtiger Abgabetermin ansteht und Sie für gewöhnliche gerade in diesen Situationen zur Zigarette greifen, ist es schwierig, gerade dann dem Glimmstängel Adieu zu sagen. Erleichtern Sie sich das Aufhören und planen es für einen späteren, günstigeren Zeitpunkt.

Wiebke Neberich betont: „Obwohl mit Sicherheit während dieser Zeit viele Hürden zu überwinden sind, ist es wichtig, dem Partner stets zu zeigen, wie viel Glauben, Zuversicht und Vertrauen Sie in ihn haben. Nur so wird er auf Dauer seine Finger von der Zigarette lassen.“