Sexualität

Kleines Lexikon der Kussarten

 

Am populärsten ist er unter Liebenden. Er kann zärtlich sein oder wild, schmatzend oder feucht, und er gehört zu den schönsten Liebesbekundungen der Welt: der Kuss. Aber nicht nur unter Verliebten erfreut sich dieses Lippenbekenntnis großer Beliebtheit.

 

Kennen Sie alle Kussarten?Weltweit sind die verschiedensten Kussarten bekannt und können ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Wir haben Ihnen ein kleines Lexikon der beliebtesten Kussarten zusammengestellt:

 

Das Begrüßungsbussi

Erst rechts oder erst links? Bleibt es bei nur einem Küsschen oder sind es am Ende gar drei? Wird geschmatzt oder gehaucht? Und wer bekommt überhaupt eins? Wer in der Bussi-Bussi-Gesellschaft nicht ins Fettnäpfchen treten oder sogar eine Kopfnuss kassieren will, muss gut vorbereitet sein.

Generell gilt: Der Ort entscheidet über Art und Anzahl der Begrüßungsküsse. In Frankreich, der Kuss-Nation Nummer eins, begrüßen sich Freunde mit zwei Küsschen – erst links, dann rechts. Anders hält man es allerdings in der französischen Hauptstadt: In Paris werden im Wechsel vier Küsse verteilt.

Während im Land der Liebe die Wangen leicht mit den Lippen berührt werden, werden in Spanien die Küsse links und rechts nur angedeutet. Dafür ist diese Geste nicht nur engen Freunden vorbehalten.

 

Geschmatzt werden darf in Portugal! – Allerdings nur in die Luft neben der rechten Wange und ausschließlich im Familienkreis und unter guten Freundinnen.

 

Auch innerhalb Deutschlands gibt es Unterschiede. Da das „Busserln“ von Südeuropa nur langsam zu uns rüberschwappt, ist es im Süden der Republik am weitesten verbreitet. Hier werden unter Bekannten in der Regel von links nach rechts zwei Küsschen an der Wange vorbeigehaucht. Weiter nördlich ist es häufig nur noch ein Bussi. In manchen Gegenden sorgen Begrüßungsküsse sogar noch für erhebliche Irritation. Hier wird stattdessen umarmt oder einfach nur die Hand geschüttelt.

 

Der Bodenkuss

Er ist zwar nicht der Begründer dieser Kussart, aber durch ihn ist sie weltweit bekannt geworden: Papst Johannes Paul II hatte es sich zur Tradition gemacht, bei der Ankunft in einem Land zum Zweck der Ehrerbietung dessen Boden zu küssen. Da dies meist unmittelbar nach dem Ausstieg aus einem Flugzeug geschah, ist dieser Kuss auch als „Rollfeldkuss“ populär geworden.

Übrigens: Der aktuelle Papst Benedikt XVI hat das Ritual seines Vorgängers nicht übernommen.

 

Der Bruderkuss

Heute existieren in unseren Köpfen meist nur noch verstaubte Erinnerungen an den ihn. Dabei gehörte der sozialistische Bruderkuss zu Zeiten der Sowjetunion zu den höchsten Ehrerbietungen unter Staatsmännern. Der Wangenkuss mit nachfolgendem festem Kuss auf den Mund sollte als öffentliche Begrüßungsgeste den brüderlichen Zusammenhalt der Ostblockstaaten symbolisieren.

 

Der Handkuss

Schon seit dem Mittelalter in Europa verbreitet, ist der Handkuss im letzten Jahrhundert so gut wie ausgestorben. Ehemals zeigte ein Mann gegenüber einer Frau durch das Küssen ihres Handrückens, welches stets mit einer leichten Verbeugung einherging, seine Ehrerbietung und Wertschätzung. Nur bei verheirateten Damen oder Witwen durfte der Kuss jedoch tatsächlich vollführt werden. Bei ledigen Frauen dagegen wurde er nur angedeutet.

Der Handkuss für hohe Würdenträger der katholischen Kirche ist im Gegensatz zur privaten Geste auch heute noch aktuell. Vom Bischofsamt aufwärts wird zur Begrüßung als Ehrerweisung der Siegelring an der rechten Hand geküsst.

Auch die Damenwelt des europäischen Hochadels darf sich im öffentlichen Rahmen noch über Handküsse freuen.

 

Der Patenkuss

Wer hingegen diesen Kuss erhält, hat keinen Grund zur Freude. Abtrünnige Mafiosi küsst der Mafia-Pate auf die Stirn – als Zeichen dafür, dass sie totgeweiht sind. Ein Todesurteil der besonderen Art also. Allgemein bekannt geworden ist dieser Kuss, den glücklicherweise die wenigsten jemals erhalten, durch die Familiensaga „Der Pate“ aus den 1970er Jahren.

 

Der Trophäenkuss

Ob bei der Fußball-Championsleague, der Europameisterschaft im Springreiten oder bei den Olympischen Spielen: Nach gewonnenem Wettkampf werden Medaillen und Pokale geküsst, was das Zeug hält. Der Trophäenkuss ist Ausdruck der außergewöhnlichen Freude und des Stolzes über den errungenen Sieg.

 

Der Schmerz-Weg-Kuss

Beinahe jedes Kind kennt ihn und verbindet tröstliche Momente mit ihm. Ob aufgeschlagenes Knie, Wespenstich oder Beule am Kopf – wenn die Mutter den Schmerz mittels Küsschen einem imaginären Vogel mit auf die Reise gibt, tut es nur noch halb so weh.

Übrigens: Im Erwachsenenalter gehört ein Kuss des Partners auf kleine Wehwehchen zu den besten Trostpflastern.

 

Der Zungenkuss

Dieser Kuss gehört wohl zu den leidenschaftlichsten, erotischsten und intimsten Kussarten überhaupt. Wo er herkommt und seit wann er praktiziert wird, ist nicht hinlänglich zurückzuverfolgen. Wissenschaftler sind sich allerdings einig, dass der Zungenkuss entgegen seiner englischen Bezeichnung „French Kiss“ nicht aus Frankreich stammt. Diesen Namen hat er vermutlich erhalten, weil Frankreich seit Jahrhunderten als das Land der Liebe und Romantik gilt. Was läge also näher, als die populärste Liebesbekundung Europas danach zu benennen?

Der Zungenkuss in der Öffentlichkeit ist in Deutschland erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gesellschaftlich anerkannt. Als sexuelle Handlung hatte er zuvor offiziell nur hinter den verschlossenen Türen des ehelichen Schlafzimmers etwas zu suchen.

In vielen asiatischen Ländern ist der Zungenkuss aus diesem Grund auch heute noch verpönt. An manchen Orten, z. B. in Japan und Indonesien, ist das öffentliche Küssen sogar gesetzlich verboten und steht unter hohe Strafe.

Übrigens: Der längste Zungenkuss der Welt dauerte laut Guinness-Buch der Rekorde 31 Stunden, 30 Minuten und 30 Sekunden.

Ein Kuss kann viele unterschiedliche Formen annehmen. In den meisten Fällen symbolisiert er Zuneigung, Wertschätzung und Respekt. Auf jeden Fall gehört er zu den ältesten Gesten der Menschheit und wird in der nonverbalen Kommunikation immer einen festen Stellenwert haben.
 

 

 

G. Vollmer, eDarling Redaktion

 

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